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Dubai

Dubai - Teil 2: Jumeirah

//edit: Eine kleine Übersichtskarte über Dubai =)

Mitten in der Nacht klingelts total schrecklich, widerlich laut in meinem Zimmer. Trotz der rasch aufsteigenden Panik schlussfolger ich: So ein schrecklicher Klang kann eigentlich nur vom (arabischen) Telefon herkommen, also Hörer mal abgenommen und den Kerl von der Rezeption dran gehabt: “Oeh, my telephone rang? - Yes sir, it’s okay sir *tuuuuuuut*” - WTF?!
Dank der Baustelle neben dem Hotel auf der natürlich 24/7 gebaut wird hat’s dann ein bisschen gedauert, bis ich wieder einschlafen konnte - aber was soll’s… vor 11 Uhr hab ich’s eh wieder nicht geschafft bei dem krassen Klima aus dem Bett zu kommen.

Also um 11:30 Uhr Richtung “Bur Juman Centre” aufgemacht, einem der schönstens Einkaufszentren Dubais um dort die Mittagshitze zu verbringen. Was soll ich dazu groß schreiben - es ist einfach der absolute Oberhammer! Da versteht man beinahe, warum Dubais Frauen immer am Einkaufen sind! ;-) Die Läden sind alle VIEL großzügiger angelegt - da hängt kein Hemd direkt neben dem anderen - da ist schon immer mindestens eine Hand breit Platz dazwischen! Dazu überall Cafes und Restaurants in dieser genialen Architektur. Leider war es kaum möglich den Gesamteindruck mit dem Foto festzuhalten (zudem man ja unglaublich aufpassen muss, dass man nicht aus Versehen eine arabische Frau fotografiert - das kann ganz ganz bösen Ärger mit einem der vielen Polizisten vor Ort geben). Weitere Impressionen gibt’s in der Gallerie.

Trotz der schon grandiosen Kulisse hab ich aber noch ein Highlight gefunden: Den größten Plasmafernseher der Welt!!! *GEIL* =D
Vor dem 103 Inches (261.60 cm) großen Ding verlierst du die Orientierung wo was auf dem Bildschirm passiert - owned! ;-D

Gegen 14 Uhr ging’s dann mit dem Taxi weiter zur “Jumeirah Moschee” - leider heute nicht für Besucher geöffnet, macht aber von aussen auch einen recht kitschigen Eindruck finde ich - naja trotzdem ein Foto wert! ;-)
Dann habe ich die folgenschwere Entscheidung getroffen, die Jumeirah-Beach-Road entlang zu laufen und mir dort die “Sehenswürdigkeiten” ein bisschen anzusehen, da die Jumeirah-Beach Montags nur für Frauen und Kinder geöffnet ist. =(

Das sah auf der Karte alles auch recht machbar aus - allerdings hat sich dann herausgestellt, dass 1. Ein Fehler auf der Karte ist und 2. Der Maßstab von dem der Innenstadtkarte offensichtlich stark abweicht. Und das in der bullen Hitze war schon nicht ohne. So hab ich mich dann von Mall zu Mall gehangelt, am Dubai-Zoo vorbei (als der angelegt wurde hat man noch nicht so viel von artgerechter Haltung gewusst, was man auch deutlich sieht =/) bis zum Mercato Center. Dieses Einkaufzentrum ist ganz anders als das Bur Juman Centre, hat aber einen ganz eigenen Reiz.

Nach dem Schwelgen in den neuesten Elektronikartikeln gab’s dann natürlich wieder den obligatorischen Starbucks-Eiskaffee. Hier beobachtete ich einen Herren, der im Cafe am Laptop arbeitete, diesen irgendwann zuklappte, sein Handy dazu legte und einfach für über eine Stunde verschwand - keinen hat’s gestört, keinen hat’s interessiert (ausser mich *g*) - sau krass - in Deutschland wäre der nach paar Minuten sicher weg gewesen.

Jetzt wurde es draussen endlich ein bisschen kühler und so entschloss ich mich, mich quer durch den (groooooooßen) Block zur “Sheik Zayed Road” durchzuschlagen, an der die ganzen Hochhäuser Dubais stehen. Das war gar keine so schlechte Idee, viele Einzelheiten hab ich auf dem Weg durch das Villenviertel und vorbei am Gefängnis (schon krass, dass das Gefängnis am Rand eines Villenviertels steht *g*) gesehen.

Dann bin ich endlich bei den Hochhäusern angekommen. Der sich in Bau befindliche “Burj Dubai” hat schon eine stattliche Größe - leider wird nicht verraten wie groß er werden soll - man schätzt wohl so zwischen 600 und 800 Metern? Leider war es mir nicht möglich auf eines der Hochhäuser die ander Straße stehen hochzufahren - man braucht immer von irgendwelchen wichtigen Leuten eine Erlaubnis, die ich als kleiner Stundent natürlich nicht habe. (In den vielen 5-Sterne Hotels hab ich natürlich erst gar nicht nachgefragt ;-)).

So langsam wurde es dunkel und die Füße wollten ins Bett (jetzt - sofort! *autsch*) - also auf die Suche nach einem Taxi begeben. So leicht man normalerweise ein Taxi bekommt (dauert vll. 30 Sekunden), so hammermäßig unmöglich scheint es um die Abendstunden herum zu sein, wenn alle Welt zum Dinnieren will. Fast eine geschlagene Stunde später hatte ich mir dann endlich eines erkämpft und mich in den unendlichen Stau eingereiht (Gut, dass Taxis nur nach Kilometer berechnen und nicht nach Zeit!) - Trotz der vielen Schleichwege die der Fahrer gefahren ist, hat die Heimfahrt lange gedauert - sehr lange…

Dann schnell ins Hotel, duschen und nochmal mutig sein: In einer kleinen Nebengasse in der Nähe des Hotels (nur zweispurig pro Fahrbahnrichtung) hab ich einfach mal “was typisches für die Gegend hier” bestellt. Da kam dann ein - ich tippe mal auf gekochten Schafsfuss (Schwein ist ja nicht erlaubt und danach sah er eigentlich aus) in einer wirklich guten, scharfen und interessant gewürzten Soße mit Mehlfladen und Gemüse. Konnte man wirklich essen (bis auf das Meiste vom Schweinefuss… *g*). Der junge Araber der mich bediente frage ganz irritiert, ob er mir den Fuß einpacken solle - ich lehnte dankend ab und machte mich auf zum Hotel um das Wecken für den nächsten Tag zu ordern. Der Plan war um 3 Uhr (ja, Nachts) aufzustehen und um 4 zum Flughafen zu fahren - Taxen würden um diese Uhrzeit zu Hauf vor dem Hotel warten - na wenn’s denn so ist… hier wundert mich gar nichts mehr…

Kulturschock in Dubais Innenstadt

Um kurz nach 11 hab ich mich also auf den Weg gemacht - vom wirklich sehr gut gelegenen Rush Inn Hotel den ersten Touristen hinterher.

Meine Tour führte mich als erstes an den Creek (das ist der Meeresarm der in die Stadt hineinragt und sie in 2 Hälten teilt). Um den Creek überqueren zu können gibt es kaum Brücken/Tunnel und so fahren die Araber mit den Abras zum anderen Ufer. Das Ganze ist ein bisschen wackelig und man sitzt ohne Lehne Rücken an Rücken auf einer kleinen Bank, aber es ist einfach nur genial in der Hitze über den kühlen Fluss mit ein bisschen Wind zu gondeln. So eine Überfahrt kostet auch nur 1 Dirham - kann man sich also wirklich immer mal wieder gönnen! ;-)

Weiter ging meine Tour durch den Stoff-Suq (Ein Suq ist ein ursprünglicher Markt) wo es wirklich alles, aber auch ALLES zu kaufen gibt was man aus Stoff so machen kann, vorbei am Regierungspalast (den man leider nicht fotografieren darf) nach Bastakia.

In diesem Stadtteil wird mit einem wahnsinnigen Aufwand (Geld ist ja da) eine ursprüngliche Siedlung dieser Gegend wieder aufgebaut und restauriert. Auf dem Foto sieht man übrigens einen der unzähligen Windtürme die es noch überall auf den älteren Häusern gibt. Das total einfache und geniale Prinzip: In dem Turm werden zwei Tücher oder dünne Mauern diagonal eingezogen, so dass der kleinste Windhauch nach unten in des Haus hinein fährt und auf der anderen Seite hinaus - die Dinger kühlen wirklich nicht schlecht!

Weiter ging es in das Dubai Museum, welches in der alten Festung (Al-Fahidi-Fort) Dubais untergebracht ist. War schon ganz interessant und vor allem gut gemacht: Viele Szenen des täglichen Lebens (von damals) sind mit Wachsfiguren nachgestellt, was ich natürlich gleich mal ausgenutzt habe. Hab mich mit dem Rücken zu den Besuchen in eine Gruppe Wachsfiguren gestellt und auf den nächsten (englischen) Touristen gewartet - mei ist der erschrocken! *wuahahaha* =D

Nach dem Museum hab ich an der großen Moschee erst mal Pause gemacht. Also ich muss schon sagen, der Islam hat durchaus seinen Reiz. Während meiner Pause hab ich es hautnah miterlebt, der Muezin ruft zum Gebet und alle Arbeiter in der Nähe machen ihren Laden zu und gehen hin. Nach 20 Minuten steht man dann in den kühlen Ecken um die Moschee herum und plaudert ein wenig, isst was, trinkt was zusammen und geht nach einer halben Stunde wieder an die Arbeit - das ist mal social life! :-)

Nach der Pause hab ich mich dann wieder auf den Weg zur nächsten Abra-Station gemacht um den Creek zu überqueren. Auf der anderen Seite haben wir direkt neben dem Hafen angelegt - hier kommen unzählige Schiffe aus Indien und den anderen Nachbarländern an. Fast schon unglaublich, dass die mit solchen Nussschalen so weit über das Meer fahren! (Es gibt natürlich auch noch den grooooßen anderen Hafen wo die Luxusdampfer aus dem Rest der Welt anlegen)

Von der Anlegestation aus ging es dann vorbei an den gelöschten Gütern Richtung Spice- und Gold-Suq. Dort kann man keinen Schritt vor den anderen setzen, ohne von einem Händler wegen irgendwas angesprochen zu werden (”Need rolex watch? cheep cheep! just look! just look!”). Sehenswert sind sie trotzdem allemal, die vielen verwinkelten und vollgestellten Gassen mit ihren vielen Gerüchen und den kleinen Imbissen in versteckten Ecken wo man zu Mittag isst.

Danach ging es mit einem Besuch bei einem ehemaligen herrschaftlichen Haus wieder zurück auf die andere Seite des Creeks um dort den Abend mit einer echten, arabischen Shisha ausklingen zu lassen. Schmeckt nicht viel anders als bei uns, hält aber viiiieel länger! Alle 10 Minuten kommt auch ein Angestellter vorbei, bläßt den Topf von unten aus und legt neue, glühende Holzkohlen darauf.

Dann wurde es auch recht schnell dunkel und kühl und ich machte mich auf den Heimweg.

So interessant es ist, für einen Europäer wie mich war es schon erst mal eine Herausforderung in dem heißen Klima mit dem wahnsinnigen Verkehr und der arabischen Mentalität zurecht zu kommen. Man weiß irgendwie nie sorecht woran man bei ihnen ist - sie verziehen nur ganz selten meine Mine und dann zu einem irgendwie unpassenden Zeitpunkt für unsereins. Und dann die ganzen Händler - ich glaube Araber leben nur um zu handeln, da ist es vollkommen egal wieviel Uhr gerade ist, die Läden sind immer offen und jeder der vorbeigeht wird angesprochen und versucht ihm was anzudrehen - sehr anstrengend!

So - am nächsten Tag war ja auch noch Dubai geplant und ich wollte erst eine Wüstentour nach Al Ain machen (soll eine sehr schöne Oase ungefähr eine Stunde von Dubai entfernt sein). Im Hotel wurde mir nach bisschen hin und her dann auch geholfen, bis sich herausstellte, dass sie mir einen Privatführer für 450 Dirham (~90 Euro) besorgen wollten! Das war mir dann doch ein bisschen viel des Guten und so entschloss ich mich am nächsten Tag das Jumeirah-Viertel (Vergnügungsviertel) zu erkunden - jetzt musste ich erst mal ins Bett, hatte wohl doch bisschen viel Sonne erwischt und ganz gut Kopfschmerzen. =)