Brisbane
Neuseeland…
Man oh man…
ich komm einfach nicht dazu über diese 2 absolut unvergleichlich genialen Wochen zu schreiben.
Schuld sind v.a. Prüfungen und auch ein bisschen normales Arbeiten (muss ja auch sein ;-)).
Allerdings hat Fabian mittlerweile seine Neuseeland-Geschichte fertig geschrieben auf die ich doch gerne hinweisen möchte:
- Die Ankunft auf der Nordinsel
- Die Tour quer durch die Nordinsel
- Die zweite Woche auf der Südinsel
Es war auf jeden Fall der absolute Wahnsinn! Jeden Tag wieder könnte ich in den tausenden Fotos die wir gemacht haben versinken und träumen… :-)
Update: Fabian hat mittlerweile den Rest des Reiseberichts fertig gestellt!
- NZ Südinsel II: Das ewige Eis & Tiefblaue Seen (05. + 06. September)
- NZ Südinsel III: Sounds, Pinguine & der Albatross (07. - 09. September)
- NZ Südinsel IV: Das Mt. Cook Tal & Banks Peninsula (10. - 12. September)
Wer hierbei kein Reisefieber bekommt ist kein Mensch! ;-)
Der letzte Arbeitstag
… es ist 7:36 Uhr, ich müsste mich so langsam auf dem Weg zum Bus machen um meinen letzten Arbeitstag zu beginnen.
Aber irgendwie geht das jetzt noch nicht… uah…
Die Story: Gestern nach dem Simpsons Movie (seeeeeehr genial! =D) mit Glenn noch ein Bier trinken gegangen, dabei natürlich verquatscht und dann durch den Park Richtung Cultural Centre am Theater vorbei zum Bus gegangen.
Am Theater werden wir von zwei Damen angesprochen: “Hey Guys! Freie Drinks und Häppsche! Wir haben leider keine Zeit, geht ihr doch mit unseren Karten auf die Dachterasse des Theaters!” - das erste mal hatten wir noch dankend abgelehnt, doch beim zweiten mal dachten wir uns - warum eigentlich nicht?
Nunja - so sind wir also auf der Nachfeier der Vernissage von Miss Saigon in Brisbane gelandet, ohne auch nur den Hauch einer Ahnung über das Theaterstück zu haben. Ich natürlich noch im Business Dress, von daher nicht so wirklich aufgefallen (mal vom Rucksack abgesehen ;-)) und schön in die Menge gestellt. Dann gab’s also alles was das Studentenherz höher schlagen lässt… und natürlich, wie kaum anders zu erwarten bin ich beim seeehr guten Rotwein hängen geblieben. Das ist einfach viel zu krass, wenn da alle paar Minuten einer vorbeikommt und nachgießt - und dann noch die Häppsche… wuaaaahhhhh - geil! =D
Als sich Menge auf der Terasse (geiler Blick über Brissie!) etwas lichtete hat uns sogar noch ein Darsteller angesprochen (er hat in Bremen als Programmierer gearbeitet bevor er ‘ein neues Leben studiert hat’). Nunja, so haben wir uns dann noch mit den Darstellern verquatscht (”Ohhh, der mit dem Bart und dem hohen Hut, oder der links daneben? AAaaaach - DEEEER!!! Ja DAAAS war echt cool!!!” - an dieser Stelle sei ein Lesetipp erwähnt: “Kein Applaus für Podmanitzki - Ephraim Kishon” ;-))
Wie auch immer… nun haben wir die Handynummer von irgend einem Hauptdarsteller, Glenn wurde immer wieder mit einem anderen Hauptdarsteller verwechselt und von vielen (sehr wichtig aussehenden), alten Herren gehuldigt.
So - mein großes Katerfrühstück ist auch beendet - Zeit für den letzten Arbeitstag…
Einige meiner Pappenheimer werden mir ja schon wirklich sehr fehlen… =/
Ab morgen dann Rumreisen und noch unregelmäßigere Blogeinträge… sorry… ;-(
Koalas, Kangoos, Strand, Sonne, Meer, Wale…
Die vorletzte Arbeitswoche ist rum und die Arbeit stapelt sich noch auf meinem Schreibtisch.
Darum jetzt nur ein kurzer Überblick was in der freien Zeit der letzten Wochen alles tolles passiert ist - Fotos werden nachgereicht, versprochen!
Vor zwei Wochen war ich im Long Pine Koala Sanctuary, einem kleinen Zoo mit haufenweise Koalas, Kanguruhs und anderem australischem Getier. Sehr nette Sache!
Letztes Wochenende ging es an die Gold Coast (da wo die ganzen Hochhäuser stehen).
Unter anderem waren wir auf dem höchsten Wohnhochhaus der Welt (und dem höchsten Hochhaus der südlichen Hemisphäre). Den Rekord als Haus mit dem schnellsten Lift hat das Gebäude übrigens auch noch inne (und ja, die 80 Level vergehen im wahrsten Sinne wie im Fluge!).
Ansonsten hatten wir einen wunderschönen Strand(Sams)tag (Beachvolley am Pazifik-Strand - DAS ist Winter!! =D =D), am Sonntag ging es raus auf’s Meer zum Whale watching.
Es ist einfach nur atemberaubend genial, diese großen Tiere so nah zu erleben! Über was für eine Kraft die sonst doch eher gemütlich daherschwimmenden Tiere verfügen wurde uns auch beeindruckend demonstriert: Sie sind direkt neben unserem Boot gesprungen… - einfach nur Wahnsinn! :-)
Morgen geht’s nochmal nach Stradbroke Island - freu mich schon total auf das Meer! :-)
Nächsten Dienstag darf ich dann meine Arbeit meiner Arbeitsgruppe und den großen Bossen präsentieren, Freitag gibt’s ein Abschiedsessen mit meinen Kollegen.
Die Zeit rennt… sie rennt und rennt immer schneller… wirklich ein doofes Ding, diese Zeit! ;-)
Water Restrictions Level 5
… das bedeutet, jeder Haushalt darf nurnoch 160 Liter Wasser am Tag verbrauchen. So soll man seine Dusche z.B. auf vier Minuten beschränken wozu auch Plastiksanduhren in den Briefkästen verteilt wurden.
Wenn man über den Grenzwert kommt kann man abgemahnt werden (was quasi nicht geschieht). So sollen jetzt private Haushalte, die am Tag mehr als 900 (!) Liter Wasser verbrauchen (Deutschland ist der Schnitt wohl so bei 140 Liter am Tag) zur Rechenschaft gezogen werden. D.h. sie sollen begründen was da los ist. Das Ganze wird übrigens von einer Wasser-Polizei überwacht, die Leute zur Rechenschaft zieht die mit Leitungswasser gießen oder halt einfach zu viel verbrauchen (drum hängen jetzt auch an jeder Ecke Schilder “Rainwater in use”)
Ach - und auf die Idee das Wasser ein bisschen teurer zu machen ist hier bisher auch noch keiner gekommen (so von wegen Selbstregulierung oder so…) - Wasser-Wiederaufbereitungsanlagen (sprich Kläranlagen) sind hier übrigens auch noch nicht so verbreitet, wie man das in einem Land wo es überall an Wasser mangelt vermuten würde.
Nunja - aber wie komm ich gerade jetzt auf das Thema? Ganz einfach: Heute morgen gab es einen Artikel in einer Zeitung wo die schlimmsten privaten Haushalte in Sachen täglichem Wasserverbrauch aufgelistet wurden.
‘Sieger’ Nummer 1: Über 33.000 Liter Wasser am Tag… Dreiunddreißigtausend Liter am Tag (!!!) - ich wiederhole: Ein PRIVATER HAUSHALT
Nummer 2 liegt dann irgendwo bei 25.000 Litern Wasser am Tag…
Wundert sich da noch einer?! Also ich mich nicht… take your head, bang it on the table…
Der Turm zu Babel
Gestern sind wir in der Arbeit irgendwie auf Musik und Filme zu sprechen gekommen, wobei ich gefragt wurde: “Du, Georg, sag mal - schaust du die Filme daheim eigentlich auf Englisch oder auf Deutsch an?” - naja… die Frage ist ja nicht sooo bemerkenswert, also schön erklärt wie das mit den Filmen so läuft daheim.
Die nächste (mehr oder weniger naheliegende) Frage war dann: “Und wie ist das mit Musik? Wird die auch übersetzt?”
Jeah! Robbie Williams singt immer auf Deutsch - wusstest du das nicht? ;-)
A propos Deutsch: Meine Großcousine hat erzählt dass sie sich ganz normal auf Deutsch unterhalten hat, voraufhin sie von einem Amerikaner gefragt wurde a) auf welcher Sprache sie redet und b) ob sie sich gerade sehr gestritten hätten…
Bowling
Genial! Mittwoch Abend sind wir in einer sehr grossen Runde Bowlen gegangen. Total cool! Die Bahn super genial beleuchtet mit Schwarzlicht, dazu Beamer und Lichtspiele ueberall. Und das auch noch sehr billig - man durfte um seinen Preis wuerfeln - mit ein bisschen Glueck natuerlich sehr fein! ;-)
Gleiches Bowlevorgehen wie immer: Beim ersten Wurf klaeglich dabei gescheitert die Kugel eine Kurve fahren/rollen/fliegen (??) zu lassen und beim Zweiten dann einigermassen erfolgreich gekegelt.
Aber das Highlight diesmal: Mitten auf der Bahn von einer Sekunde auf die andere hammer Nasenbluten bekommen…
“Mwuahahah, schaut mal! Georg hat sich die Kugel ins Gesicht geworfen! Wuahahahah!!” … alle doof! ;-(
Wie auch immer - von dem Bahndesign koennen sich die Europaer doch nochwas abschauen! =)
A hell of a night out here at Kingstonpark Raceway…!
Diesen Satz hab ich mittlerweile so satt! Alle 15 Minuten von einem Animateur der billige Sachen verlost ins Mikrophon geblökt - schrecklich! ;-)
Aber fangen wir von vorne an:
Am Samstag war ich mit einigen anderen Deutschen beim Kingstonpark Raceway Go-Kart fahren. An sich eine absolut geniale Sache - ein nachgebauter 1100 Meter Le Mans Kurs, relativ zügige Karts und gar nicht mal so teuer.
Aaaaber (das musste ja kommen): Es war kalt und hat die ganze Zeit wie Sau geregnet, was dem Go-Kart fahren unter freiem Himmel ohne einen Overall oder etwas ähnlichem doch ein bisschen den Spass nimmt. (Doofer weise hatten wir natürlich keine Kleidung zum Wechseln dabei: KALT! *wuah*)
Wenn man dann noch von der Werbung ausgehend erwartet, dass man bei einer “Speednight” 4 Stunden durchfahren kann wird man auch enttäuscht: 5 Minuten fahren, bis zu einer Stunde wieder anstehen und warten.
Nichtsdestotrotz war es mal wieder absolut genial in so einem Ding rumzurauschen - und die vielen Regenunfälle haben auch ihresgleichen gesucht und seeehr zur Erheitung der Zuschauer beigetragen! =D
Die alte Dame Beerwah…
Vor langer, langer Zeit gab es eine Familie an der Sunshine Coast, nördlich von dem Ort, an dem nun Brisbane liegt.
Der Vater hieß Tibrogargan, die Mutter Beerwah. Beide hatten viele Kinder die sich um sie scharten. Der älteste Sohn trug den Namen Coonowrin.
Tibrogargan, der Vater, stellte eines Tages fest, dass der Wasserspiegel des Ozeans stärker als sonst anstieg und bat seinen ältesten Sohn, Coonowrin, seine schwangere Mutter zu einem sicheren Platz zu geleiten. Doch der feige Coonowrin war so voller Angst, dass er floh und seine Mutter in stich ließ.
Ausser sich vor Wut über die Feigheit seines ältesten Sohnes schlug Tibrogargan diesen so fest, dass Coonowrin’s Rücken brach und fortan als Buckeliger in der Welt leben musste.
Nachdem die Gefahr vorüber war, bereuhte Coonowrin sein Verhalten und bat seinen Vater, seine Mutter und seine Geschwister um Vergebung. Doch diese weinten bitterlich vor Scham und so entstanden die vielen, kleinen Flüsse die heute das Gebiet durchziehen.
Tibrogargan drehte Coonowrin seinen Rücken zu und wacht seitdem über die See. Er schaut sich nie mehr zu seinem Sohn um, der immernoch mit vor Scham hängendem Kopf buckelig alleine steht und weint.
So weit die Geschichte der Aborigines über die Glashouse Mountains. Die schwangere Mutter, Mount Beerwah habe ich heute mit Kenneth erklettert.
Dazu sind wir von Brisbane aus über eine Scenic Route (Eine Art romantische Straße mit wirklich tollen Ausblicken) nach Norden in die Glashouse Mountains gefahren, wobei wir beim Herausbeschleunigen aus einem Ort (bzw. weil wir uns verquatscht hatten) gleich mal von einem Dorfpolizisten gelasert wurden - 20 Meter vor dem 70er Schild 19 km/h zu schnell - aua… kein gutes Omen! Das schlägt dann gleich mal mit 3 Punkten und $150 zu Buche. Und da hatten wir noch Glück, dass Schulferien waren - an ‘normalen’ Wochenenden werden die Strafen normalerweise verdoppelt!
Glücklicherweise haben wir uns dadurch aber nicht die Laune verderben lassen - der nächste Stop auf der Scenic Route war der Glashouse Mountains View Point.
Sehr schön zu sehen, der dicke Berg links: Mt Beerwah - da sind wir hoch, rechts klein daneben der ‘abgebrochene Drachenzahn’, Mt. Coonowrin den man leider nicht mehr besteigen darf (ist wohl zu viel passiert - war auch nur mit Seil möglich) und noch weiter rechts die 2 kleinen Hügel mit einem größeren in der Mitte - das ist Mt. Tibrogargan, der Vater. Nicht zu vergessen der Pazifik, der auf der rechten Bildhälfte den Horizont bedeckt.
Weiter ging es in das Gebiet der Glashouse Mountains auf einer Dirt-Road um Kenneths’ neuem Landrover auch mal ein bisschen Spass zu gönnen. Der Name ‘Glashouse Mountains’ kommt übrigens von James Cook, der bei der Ansicht der verregneten und sich deshalb im Sonnenlicht spiegelnden Gipfel an die Glashütten in England erinnert gefühlt hat. Dann ging es zum Fuß des Berges. (Der Weg ist übrigens gut zu sehen: Es ist der weiße Pfad der auf dem Bild nach oben führt).
Dort wurden wir erst mal von Bernhard und Mimmie mit ihrem Sohn überrascht - die waren vor 2 Monaten schonmal bei einer Tour dabei und hatten gerade ihr französisches Mittagessen aufgebaut (Waaahnsinn, was die alles an Essen in ihren Rucksack packen!), weshalb wir schonmal vorgestiegen sind.
Der ungefähr 30 minütige Aufstieg auf die gut 560 Meter in der prallen Sonne war doch etwas anstrengender, so dass ich da gar nicht viele Fotos gemacht habe - die meisten sind dann vom Rückweg wo wir allerdings auch ein bisschen Druck gemacht haben weil ein paar große Regenwolken im Anmarsch waren - und nein, auf nassem Fels will man da NICHT rumhatschen! ;-)
Nichtsdestotrotz gab es auf dem Gipfel einen atemberaubenden Ausblick! (360 Grad Panorama, 474kb) - es gibt auf dem Gipfel keine großen Pflanzen, es geht einfach direkt nach unten - genial! =D
Die Ruhe auf dem Gipfel wurde leider von den vielen Motocrossfahrern unter uns in den Fichtenplantagendoch etwas gestört. Die Fichtenplantagen sind auch absolut endlos - man meint fast, dass auf dieser einen Plantage mehr Bäume als in ganz Deutschland stehen! ;-)
Zum Abschluss der Tour sind wir mit den Franzosen dann noch etwas trinken/essen gegangen und sind dann auch ziemlich tod nach einer Stunde Heimfahrt zu Hause angekommen.
Mount Beerwah war aber auf jeden Fall der bisher schwerste Berg, den ich erstiegen bin. (Laut australischer Levels, ein schwarzer Level 5 Weg, d.h. nur für Leute mit hoher Fittness und Klettererfahrung - UGAH UGAH! ;-)) Es hat sich aber auf jeden Fall gelohnt - nicht nur wegen der waaahnsinnig genialen Aussicht, sondern auch weil Wandern auf Wegen wo man denken muss wohin man tritt und man die Hände benutzen muss einfach viel mehr Spass macht! =D
Mehr Bilder natürlich, wie immer in der Gallerie. :-)
Auf der Post…
Gerade eben war ich hier nebenan im auf der Post (Quasi ein kleiner, unbedeutender Kiosk wie es tausende hier gibt) um für Kim eine CD aufzugeben.
Ich also halb schlafend nach der Arbeit reinmarschiert, meinen Text aufgesagt was ich denn will und schon wird mir grinsend die Frage gestellt: “Bist du Deutscher? Ich hör das doch sofort an deinem Akzent, hab immerhin 3 Jahre dort gelebt!” *ganz stolzes Grinsen der Angestellten* - soweit so gut, das passiert ja doch irgendwie häufiger mal und da muss man durch. Man gibt also zu, “Ja, ich bin Deutscher…” (bloody germans everywhere! - with bad accent…) und akzeptiert einfach die eigene Unzulänglichkeit.
Dann dauert es natürlich keine 5 Sekunden bis die Frage kommt: “Ja woher aus Deutschland bist du denn?!” (nicht, dass 5% der Aussies überhaupt wüssten wo genau Deutschland liegt… ;-)
Naja, dann fang ich also wie immer an: Im Norden von Bayern (Zustimmendes Nicken - das hat sie also schonmal gehört), im Norden von Nürnberg (immernoch Nicken, so langsam wird’s unheimlich), ich geh also auf’s ganze: “Ja, die Stadt liegt da ganz im Norden und heißt: “Wüüü-üüüürz-buuuurg”.
Hm - jetzt ist irgendwas faul, sie verzieht ihr Gesicht nicht in Schmerzen, sondern glupscht mich ganz überrascht an: “Wiebitte?! WÜRZBURG?! (verdammt, sie spricht das eindeutig viel zu gut für einen Aussie aus!) - Würzburg, da hab ich die 3 Jahre an der Musikhochschule studiert!”
… shit! Die Welt ist zu klein für mich - ich werde Astronaut!
