Die alte Dame Beerwah…
Vor langer, langer Zeit gab es eine Familie an der Sunshine Coast, nördlich von dem Ort, an dem nun Brisbane liegt.
Der Vater hieß Tibrogargan, die Mutter Beerwah. Beide hatten viele Kinder die sich um sie scharten. Der älteste Sohn trug den Namen Coonowrin.
Tibrogargan, der Vater, stellte eines Tages fest, dass der Wasserspiegel des Ozeans stärker als sonst anstieg und bat seinen ältesten Sohn, Coonowrin, seine schwangere Mutter zu einem sicheren Platz zu geleiten. Doch der feige Coonowrin war so voller Angst, dass er floh und seine Mutter in stich ließ.
Ausser sich vor Wut über die Feigheit seines ältesten Sohnes schlug Tibrogargan diesen so fest, dass Coonowrin’s Rücken brach und fortan als Buckeliger in der Welt leben musste.
Nachdem die Gefahr vorüber war, bereuhte Coonowrin sein Verhalten und bat seinen Vater, seine Mutter und seine Geschwister um Vergebung. Doch diese weinten bitterlich vor Scham und so entstanden die vielen, kleinen Flüsse die heute das Gebiet durchziehen.
Tibrogargan drehte Coonowrin seinen Rücken zu und wacht seitdem über die See. Er schaut sich nie mehr zu seinem Sohn um, der immernoch mit vor Scham hängendem Kopf buckelig alleine steht und weint.
So weit die Geschichte der Aborigines über die Glashouse Mountains. Die schwangere Mutter, Mount Beerwah habe ich heute mit Kenneth erklettert.
Dazu sind wir von Brisbane aus über eine Scenic Route (Eine Art romantische Straße mit wirklich tollen Ausblicken) nach Norden in die Glashouse Mountains gefahren, wobei wir beim Herausbeschleunigen aus einem Ort (bzw. weil wir uns verquatscht hatten) gleich mal von einem Dorfpolizisten gelasert wurden – 20 Meter vor dem 70er Schild 19 km/h zu schnell – aua… kein gutes Omen! Das schlägt dann gleich mal mit 3 Punkten und $150 zu Buche. Und da hatten wir noch Glück, dass Schulferien waren – an ‘normalen’ Wochenenden werden die Strafen normalerweise verdoppelt!
Glücklicherweise haben wir uns dadurch aber nicht die Laune verderben lassen – der nächste Stop auf der Scenic Route war der Glashouse Mountains View Point.
Sehr schön zu sehen, der dicke Berg links: Mt Beerwah – da sind wir hoch, rechts klein daneben der ‘abgebrochene Drachenzahn’, Mt. Coonowrin den man leider nicht mehr besteigen darf (ist wohl zu viel passiert – war auch nur mit Seil möglich) und noch weiter rechts die 2 kleinen Hügel mit einem größeren in der Mitte – das ist Mt. Tibrogargan, der Vater. Nicht zu vergessen der Pazifik, der auf der rechten Bildhälfte den Horizont bedeckt.
Weiter ging es in das Gebiet der Glashouse Mountains auf einer Dirt-Road um Kenneths’ neuem Landrover auch mal ein bisschen Spass zu gönnen. Der Name ‘Glashouse Mountains’ kommt übrigens von James Cook, der bei der Ansicht der verregneten und sich deshalb im Sonnenlicht spiegelnden Gipfel an die Glashütten in England erinnert gefühlt hat. Dann ging es zum Fuß des Berges. (Der Weg ist übrigens gut zu sehen: Es ist der weiße Pfad der auf dem Bild nach oben führt).
Dort wurden wir erst mal von Bernhard und Mimmie mit ihrem Sohn überrascht – die waren vor 2 Monaten schonmal bei einer Tour dabei und hatten gerade ihr französisches Mittagessen aufgebaut (Waaahnsinn, was die alles an Essen in ihren Rucksack packen!), weshalb wir schonmal vorgestiegen sind.
Der ungefähr 30 minütige Aufstieg auf die gut 560 Meter in der prallen Sonne war doch etwas anstrengender, so dass ich da gar nicht viele Fotos gemacht habe – die meisten sind dann vom Rückweg wo wir allerdings auch ein bisschen Druck gemacht haben weil ein paar große Regenwolken im Anmarsch waren – und nein, auf nassem Fels will man da NICHT rumhatschen! ;-)
Nichtsdestotrotz gab es auf dem Gipfel einen atemberaubenden Ausblick! (360 Grad Panorama, 474kb) – es gibt auf dem Gipfel keine großen Pflanzen, es geht einfach direkt nach unten – genial! =D
Die Ruhe auf dem Gipfel wurde leider von den vielen Motocrossfahrern unter uns in den Fichtenplantagendoch etwas gestört. Die Fichtenplantagen sind auch absolut endlos – man meint fast, dass auf dieser einen Plantage mehr Bäume als in ganz Deutschland stehen! ;-)
Zum Abschluss der Tour sind wir mit den Franzosen dann noch etwas trinken/essen gegangen und sind dann auch ziemlich tod nach einer Stunde Heimfahrt zu Hause angekommen.
Mount Beerwah war aber auf jeden Fall der bisher schwerste Berg, den ich erstiegen bin. (Laut australischer Levels, ein schwarzer Level 5 Weg, d.h. nur für Leute mit hoher Fittness und Klettererfahrung – UGAH UGAH! ;-)) Es hat sich aber auf jeden Fall gelohnt – nicht nur wegen der waaahnsinnig genialen Aussicht, sondern auch weil Wandern auf Wegen wo man denken muss wohin man tritt und man die Hände benutzen muss einfach viel mehr Spass macht! =D
Mehr Bilder natürlich, wie immer in der Gallerie. :-)
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