Kulturschock in Dubais Innenstadt
Um kurz nach 11 hab ich mich also auf den Weg gemacht - vom wirklich sehr gut gelegenen Rush Inn Hotel den ersten Touristen hinterher.
Meine Tour führte mich als erstes an den Creek (das ist der Meeresarm der in die Stadt hineinragt und sie in 2 Hälten teilt). Um den Creek überqueren zu können gibt es kaum Brücken/Tunnel und so fahren die Araber mit den Abras zum anderen Ufer. Das Ganze ist ein bisschen wackelig und man sitzt ohne Lehne Rücken an Rücken auf einer kleinen Bank, aber es ist einfach nur genial in der Hitze über den kühlen Fluss mit ein bisschen Wind zu gondeln. So eine Überfahrt kostet auch nur 1 Dirham - kann man sich also wirklich immer mal wieder gönnen! ;-)
Weiter ging meine Tour durch den Stoff-Suq (Ein Suq ist ein ursprünglicher Markt) wo es wirklich alles, aber auch ALLES zu kaufen gibt was man aus Stoff so machen kann, vorbei am Regierungspalast (den man leider nicht fotografieren darf) nach Bastakia.
In diesem Stadtteil wird mit einem wahnsinnigen Aufwand (Geld ist ja da) eine ursprüngliche Siedlung dieser Gegend wieder aufgebaut und restauriert. Auf dem Foto sieht man übrigens einen der unzähligen Windtürme die es noch überall auf den älteren Häusern gibt. Das total einfache und geniale Prinzip: In dem Turm werden zwei Tücher oder dünne Mauern diagonal eingezogen, so dass der kleinste Windhauch nach unten in des Haus hinein fährt und auf der anderen Seite hinaus - die Dinger kühlen wirklich nicht schlecht!
Weiter ging es in das Dubai Museum, welches in der alten Festung (Al-Fahidi-Fort) Dubais untergebracht ist. War schon ganz interessant und vor allem gut gemacht: Viele Szenen des täglichen Lebens (von damals) sind mit Wachsfiguren nachgestellt, was ich natürlich gleich mal ausgenutzt habe. Hab mich mit dem Rücken zu den Besuchen in eine Gruppe Wachsfiguren gestellt und auf den nächsten (englischen) Touristen gewartet - mei ist der erschrocken! *wuahahaha* =D
Nach dem Museum hab ich an der großen Moschee erst mal Pause gemacht. Also ich muss schon sagen, der Islam hat durchaus seinen Reiz. Während meiner Pause hab ich es hautnah miterlebt, der Muezin ruft zum Gebet und alle Arbeiter in der Nähe machen ihren Laden zu und gehen hin. Nach 20 Minuten steht man dann in den kühlen Ecken um die Moschee herum und plaudert ein wenig, isst was, trinkt was zusammen und geht nach einer halben Stunde wieder an die Arbeit - das ist mal social life! :-)
Nach der Pause hab ich mich dann wieder auf den Weg zur nächsten Abra-Station gemacht um den Creek zu überqueren. Auf der anderen Seite haben wir direkt neben dem Hafen angelegt - hier kommen unzählige Schiffe aus Indien und den anderen Nachbarländern an. Fast schon unglaublich, dass die mit solchen Nussschalen so weit über das Meer fahren! (Es gibt natürlich auch noch den grooooßen anderen Hafen wo die Luxusdampfer aus dem Rest der Welt anlegen)
Von der Anlegestation aus ging es dann vorbei an den gelöschten Gütern Richtung Spice- und Gold-Suq. Dort kann man keinen Schritt vor den anderen setzen, ohne von einem Händler wegen irgendwas angesprochen zu werden (”Need rolex watch? cheep cheep! just look! just look!”). Sehenswert sind sie trotzdem allemal, die vielen verwinkelten und vollgestellten Gassen mit ihren vielen Gerüchen und den kleinen Imbissen in versteckten Ecken wo man zu Mittag isst.
Danach ging es mit einem Besuch bei einem ehemaligen herrschaftlichen Haus wieder zurück auf die andere Seite des Creeks um dort den Abend mit einer echten, arabischen Shisha ausklingen zu lassen. Schmeckt nicht viel anders als bei uns, hält aber viiiieel länger! Alle 10 Minuten kommt auch ein Angestellter vorbei, bläßt den Topf von unten aus und legt neue, glühende Holzkohlen darauf.
Dann wurde es auch recht schnell dunkel und kühl und ich machte mich auf den Heimweg.
So interessant es ist, für einen Europäer wie mich war es schon erst mal eine Herausforderung in dem heißen Klima mit dem wahnsinnigen Verkehr und der arabischen Mentalität zurecht zu kommen. Man weiß irgendwie nie sorecht woran man bei ihnen ist - sie verziehen nur ganz selten meine Mine und dann zu einem irgendwie unpassenden Zeitpunkt für unsereins. Und dann die ganzen Händler - ich glaube Araber leben nur um zu handeln, da ist es vollkommen egal wieviel Uhr gerade ist, die Läden sind immer offen und jeder der vorbeigeht wird angesprochen und versucht ihm was anzudrehen - sehr anstrengend!
So - am nächsten Tag war ja auch noch Dubai geplant und ich wollte erst eine Wüstentour nach Al Ain machen (soll eine sehr schöne Oase ungefähr eine Stunde von Dubai entfernt sein). Im Hotel wurde mir nach bisschen hin und her dann auch geholfen, bis sich herausstellte, dass sie mir einen Privatführer für 450 Dirham (~90 Euro) besorgen wollten! Das war mir dann doch ein bisschen viel des Guten und so entschloss ich mich am nächsten Tag das Jumeirah-Viertel (Vergnügungsviertel) zu erkunden - jetzt musste ich erst mal ins Bett, hatte wohl doch bisschen viel Sonne erwischt und ganz gut Kopfschmerzen. =)
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