März, 2007
Mount Coot-tha und Botanischer Garten
Das Wochenende ist um, es gibt wieder was zu erzählen! =)
Freitag haben wir einen ganz entspannten “Die Siedler von Catan”-Abend gemacht und ich hab natürlich allen gezeigt, wie man das in Würzburg so spielt - jetzt wollen sie nicht mehr mit mir spielen… ;-(
Am Samstag bin ich dann losgezogen und habe Mount Coot-tha besucht. Das ist ein größerer Hügel direkt an der Stadtgrenze (kann man wunderbar mit dem Bus hinfahren), von dem man einen super genialen Ausblick auf die Stadt hat. Leider hat es immer wieder geregnet, weshalb die Sicht nicht so berauschend war. Das hat mich jedoch nicht davon abgehalten, da oben noch eine Runde zu laufen: Echt doof, wenn ein Wegweiser fehlt und aus der angepeilten 4km-Tour eine 8-9km-Tour wird (bei Mittagshitze und immer wieder einsetzendem Regen).
Hat sich aber trotzdem gelohnt, denn so hab ich krasse Bäume entdeckt die am Stumpf total verkohlt waren und deren Rinde sich ganz einfach abrubbeln lässt - total krass! =D
Nach der Tour bin ich zum Fuße des Berges gefahren - hier liegt der Botanische Garten. Wirklich sehenswert, sehr schöne Auswahl aller möglicher Pflanzen und total viele Papageien und andere Tiere unterwegs.
Gestern war die Arbeit auch ganz nett - ich habe alle Desktop-Pcs, Notebooks, Bildschirme (alt/neu), Drucker, Kopierer, etc. im ganzen Gebäude gezählt. So bin ich endlich mal wirklich überall hin gekommen und konnte sehen was in den einzelnen Abteilungen so los ist. Seite heute werte ich die Zahlen aus, schauen wir mal wo man da alles optimieren kann: Statistiken… meeehr Statistiken!!! =D
Sydney!
Ostern ist gerettet! Ich werde mich über die Feiertage mit Susanne und Sascha in Sydney treffen!
Los geht’s Freitag Morgen, übernachten werden wir in einem Jugendhostel und zurück geht mein Flug dann Montag Abend.
Sicher auf dem Programm stehen neben der Stadt die Blue Mountains - ein hammer genialer Canyon - aber mal schauen was mir meine Arbeitskollegen sonst noch so alles empfehlen. ;-)
Wah, noch zwei Wochen warten… menno… =D
Nacher kommt übrigens die Pest Control vorbei. Wurde von Ameisenarmeen überrannt, zu manchen Tageszeiten ist der ganze Boden voll von lauter kleinen Viechern (die mehr “Brennpower” haben als so ne standard Euro-Ameise *g*). Mal schaun wie gut die ihr Handwerk verstehen - ich hoffe doch sehr gut… :-)
Gipfelstürmer: Mount Warning
Gerade ging wie immer, kurz bevor die Sonne über den Hügel kommt, mein Wecker - heute schaff ich es aber vielleicht sogar noch etwas über mein Wochenende zu erzählen.
Freitag Abend war nicht sehr viel los - ich bin mit Kenneth (Arbeitskollege) direkt nach der Arbeit auf der Dachterrasse eines Pubs gesessen, wir haben uns zwei Bier genehmigt und sind dann auch schon wieder heim gefahren - immerhin kündigten sich große Dinge an und man will ja vorbereitet sein!
Samstag morgen (St. Patrick’s Day) war 8 Uhr Treffpunkt vor Thiess, und dann ging es los in den Süden - fast 2 Stunden lang auf dem Highway zum Mount Warning (welch ein heroischer Name! =D) - der einzige Hügel, der in der näheren Umgebung die Bezeichnung “Berg” verdient. (Und er verdient es - wirklich!)
Auf dem Hinweg konnte man fast den Tegernsee hinter einigen Ecken erwarten (bayerische Kühe - hier?!), wir hatten uns aber nicht verfahren und so begann der Aufstieg gegen 10:30 Uhr - es war schon ganz angenehm warm (ich hab in meinem Leben noch nicht so geschwitzt!)
Mt Warning ist ein alter Vulkan - d.h. was von ihm übrig geblieben ist. Im Prinzip steht nurnoch der Schlot (weil aus festerem Gestein), der Rest des Vulkanberges wurde wegerrodiert, was natürlich einen im Umfang relativ kleinen, aber hohen und steilen Berg zur Folge hat. Quelle: Ein Filmteam, das fast kollabierend seine Ausrüstung den Berg hinaufhievte um ein paar Sekunden Material für einen National Geographic Film zu drehen. ;-P
Zum Glück ist Mount Warning sehr dicht mit Regenwald bewachsen (was dem Wanderer seeehr entgegen kommt) - nur die letzten 100 Höhenmeter gehen Klettersteigmäßig nach oben. Ein Highlight: Der gemeine Hasenbaum, der einen Haken im Wachstum schlägt. =D
Leider waren an diesem Tag doch einige Leute auf dem Berg unterwegs, so dass nicht viele Tiere zu sehen waren (Die dicke Zwei-Meter-Schlange die von Leuten aus unserer Gruppe kurz gesehen wurde hab ich ‘leider’ verpasst). Aber nichtsdestotrotz machen die Fauna und die sich immer wieder öffnenden Ausblicke sind unglaublich genial und machen die Plagerei mehr als wett!
Auf dem Gipfel gab’s dann lunch - eine andere große, deutsche Reisegruppe (anscheinend sind wir prädestiniert dafür an sehr heissen Tagen solche Touren zu gehen *g*) - und einen absolut genialen Ausblick:
(Weitere Bilder gibt’s in der Gallerie)
Nach dem kniezermürbenden Abstieg durfte ich auf dem Rückweg noch das höchste Wohnhaus der südlichen Hemisphäre bewundern (naja - soooo toll wie es klingt ist es nicht wirklich).
Und - wir waren sogar Fisch essen! Hatte eine Box mit einem Allerlei mit Pommes, was auch alles sehr gut war (Krabbengetier) - nur das Fischfilet *woahr* sowas geht einfach mal gar nicht! :-)
Doch das eigentliche Highlight: Ich war das erste mal im Pazifik!!! =D =D =D
(zu mehr hat die Zeit - und Uhrzeit - leider nicht mehr gereicht…)
Eigentlich wollten wir dann noch in die Stadt schauen (wie gesagt: St. Patricks Day) - aber nach dem Duschen um 22:30 Uhr ging einfach nichts mehr - total ausgepowert. (mal davon abgesehen, dass hier Feiern ja nicht so lange gehen wie in Europa :-))
Das holten wir aber am nächsten Morgen mit einem sehr genialen Weisswurstfrühstück und echtem Weissbier bei Kenneth nach!
Tja, und gestern Abend war ich seit langem mal wieder Indoor-klettern - seeehr genial, und mit dem kleinen Wandermuskelkater in den Beinen eine nette Herausforderung. ;-D
Durch den Großstadtdschungel zur Arbeit
Da ich mittlerweile genug Bilder von meinem Weg zur Arbeit habe, möchte ich euch diesen natürlich nicht vorenthalten!
Für etwas mehr Übersicht gibt’s sogar eine Stadtkarte (wirklich nur der innerste Stadtkern - wer mehr sehen will sei an Google-Maps verwiesen :-)).
Bekannter Weise (oder auch nicht) wohn ich ja ein Stückchen ausserhalb vom Citykern, in einem kleinen Tal zwischen zwei Hügeln (beide gut 1km entfernt), auf welchen sich die nächsten Ortskerne mit Einkaufsmöglichkeiten[1] und Bushaltestellen befinden. Man glaubt gar nicht, wie VERDAMMT WEIT so ein doofer kleiner Kilometer mit den getätigten Einkäufen in der Mittagshitze sein kann!!!
Aber gut - Brisbane wächst, platt wie eine Flunder, täglich um rund 1500 Einwohner, da ist ein Kilometer Wegstrecke wirklich nichts.
Ich starte also jeden Morgen gegen 7 Uhr von meinem Haus[2] in die grelle Morgensonne, immer bergauf[3a][3b] Richtung Bushaltestelle. Dort kommt der Bus dann irgendwann (Die Zeiten sind alle seeehr relativ) und wenn man ein bisschen Glück hat passt man auch noch in den Bus hinein (hier behält sich jeder einen unglaublich großen Freiraum – bei uns würden da locker noch 2 Leute reinpassen – deutsche Konserve eben *g*).
Nach guten 20 Minuten im Stau stehen, bzw. auf der Busspur Stau umfahren darf ich der Kühlbox dann am „Culture Centre“[4] entsteigen, um mich zu Fuß quer über die Southbank Richtung Thiess aufzumachen.
Die Southbank war bis zur Expo 1988 ein vernachlässigtes und ungenutztes Gebiet, heute finden sich hier zig Bars, Restaurants, Museen, ein Theater, der Stadtstrand, Liegewiesen, ein kleiner Regenwald[R] und Barbecuegrills. Betreten darf ich diesen wunderschönen Stadtteil durch einen Gang aus Blumen[5], um dann vorbei an einem Tempel[6], der Griffith-Universität und einer Freilichtbühne[7] den Stadtstrand[8] zu erreichen. (Welcher übrigens nicht mit dem Brisbane-River verbunden ist - was angesichts der Haie im Fluss auch ganz gut so ist :-))
Von hier kann man das Thiessgebäude schon sehen (Mitte), und so muss ich nurnoch 50 Meter durch den Blumengang und über die Straße springen, bis ich direkt vor meiner Wirkungsstätte[9] stehe.
Dort schnell hinein, vorbei am genialen Kaenguruh in einen der vier Aufzüge und mit meiner total coolen IdentityCard in den 6ten Stock gefahren. :-)
Natürlich habe ich auch ein Bild von der anderen Seite des Brisbane-Rivers gemacht. Hier10 sieht man in der Mitte den Stadtstrand, rechts ein Stück Regenwald, links etwas Parklandschaft und natürlich über allem thronend das Thiess-Headquater.
Chinesisch Essen und Leichtathletik bei über 40 Grad
Gestern (Sonntag) war wieder so ein Tag, den man hier festhalten muss! Nachdem frühs die Vermieter da waren, habe ich panisch das Haus Richtung Bushaltestelle verlassen, wobei ich gleich meinen ersten Hitzeschock erlitten habe. Es war immerhin erst kurz nach 10 Uhr und schon jetzt unglaublich heiß! Nur gut, dass die Busse hier klimatisiert sind!
Auf ging’s also Richtung Innenstadt um dort in einen anderen Bus Richtung Sunnybanks (Ein gutes Stück im Süden von Brisbane, ~25 Minuten Fahrt) umzusteigen. Das wirklich erstaunliche war, dass der Bus direkt nach Abfahrt in eine mir schon lange bekannte, große Unterführung einbog und gut auf’s Gas drückte. Doch irgendwie wollte diese Unterführung kein Ende nehmen und so fand ich mich in einem total genial ausgebautem, unterirdischem Netzwerk von Bus-Straßen (hier fahren ausschließlich Busse) wieder, durch das wir entlang der begrünten Seiten rasten. Immer wieder wurden die Tunnel durch Kreuzungen (an deren Ampeln natürlich nur Busse standen) und Haltestellen (genau wie U-Bahn-Haltestellen, halt nur mit Bussen) unterbrochen.
Irgendwann dann schießt der Bus an die Oberfläche und rast auf seinem eigenen Highway (parallel zum offiziellen wo alle im Stau stehen) mit Maximalgeschwindigkeit nach Süden. In Sunnybanks angekommen stand erst mal chinesisch Essen auf dem Plan. Doch das war nicht einfach nur chinesisch Essen, das war original und total echtes chinesisches Essen (Yum Cha)! Und das ist einfach nurnoch GEIL! =)
Trotz Reservierung wartet man gut und gerne 30 - 90 Minuten auf seinen Platz, doch kaum sitzt man kommt auch schon die erste Bedienung mit ihrem Wagen vorbei und bietet diverse Speisen an - da unzählige dieser Wägen im ganzen Restaurant ihre Runden drehen, kann man sich quer durch die chinesische Speisekarte essen bis man platzt (das Paradies auf Erden! - mal abgesehen davon, dass man durch die Hardcore Stäbchenschule muss: Entweder man lernt zügigst mit den Dingern zu essen, oder man bleibt hungrig! *g*).
Das Essen schmeckt natürlich anders als beim Otto-Normal-Chinesen von nebenan, es gibt kaum überbackenes/gebackenes Essen, dafür total viele andere Schmankerl - wirklich schade, dass es sowas in Deutschland nicht gibt! (Das Angebot ist bei einem durchschnittlichen Preis von 8 Euro pro Person wirklich unschlagbar!)
Danach ging es weiter zu den nationalen Leichtathletik-Meisterschaften - die armen, armen Beteiligten, die nicht wie wir im Schatten sitzen konnten… um 16 Uhr hatte es immernoch 39 Grad!!! Bei den Wettkämpfen lief natürlich alles nach Plan, die Tochter von Bekannten wurde wieder australische Meisterin und ihr Freund Vizemeister (Glückwunsch!). ;-)
Nun doch sehr geschafft von der Hitze, den 2,5 Stunden Schlaf aus der vorhergehenden Nacht (schlimm, diese Parties…) und den anstrengenden Wettkämpfen, habe ich mich dann noch mit einigen Freunden am SouthBank-Stadtstrand getroffen um ein paar Runden zu schwimmen. Das Gefühl ist kaum zu beschreiben, einfach total genial, im Lichterglanz der Stadt unter unzähligen, zwischen den Palmen kreisenden, riesigen Flughunden seine Runden am total weichen Sandstrand zu drehen! =D
Panorama-Ansichten von der Stadt, wie man sie beim Schwimmen am Stadtstrand sieht gibt es hier:
- Bei Tag
- Bei Nacht
Geeeeniaaal! =)
Ich hab es getan! =D
Naja, okay, eigentlich ist das nun auch schon wieder 4 oder 5 Tage her und ich bin jetzt erst dazu gekommen, das Video um 90° zu drehen und umzucodieren (das Original hat 40MB) - aber egal! =D
Aaaalsoooo: Ich habe es getan!!! =D
Gaaanz frühs hab ich einem Wallabee seine Scheibe Brot gegeben! *giggle*
Video: hier (1,2 MB)
Total spektakulär, nicht war? =D
Da ich schon hunderte Wallabeefotos habe, gibt’s in der Gallerie jetzt auch einen Bereich für australisches Getier - da kommt sicher noch so einiges dazu (wenn ich mal schnell genug mit der Kamera bin) ;-D
Erster Arbeitstag!
Heute war mein erster Arbeitstag!
Der fing schonmal gut an - 5:45 Uhr aufgestanden und ganz entspannt fertig gemacht (bloß keine Eile - das ist gaaaanz wichtig hier in ‘Brissie’! *g*) und dann losgelaufen. Die Bushaltestelle ist ein Kilometer bergauf entfernt. (für Australien ist das mal überhaupt gar nix) - für mich schon, vor allem in Anzug und Co. Aber was will man machen, wenn man genau zwischen zwei Zentren im Tal wohnt?
Ich lauf und lauf also und wunder mich schon warum die Kurve an die ich mich noch zu erinnern glaubte einfach nicht kommen mag. Bei der nächsten Bushaltestelle wurde mir auch klar warum - also wieder umgedreht und zurück geschlappt, von der anderen Seite her auch sofort die besagte Kurve gefunden und an der Bushaltestelle gewartet.
Nach einigen Minuten kam auch ein Bus (zwar nicht genau die Linie die ich herausgesucht hatte aber das ist hier auch alles bisschen realtiv) und so fragte ich einen Herrn in der Nähe ob dieser Bus am “Culture Center” halten würde: “Yes sir” - ich freu mich, fahr mit und wunder mich, warum der Bus mitten in die Innenstadt fährt. Schon toll die Leute, die einfach immer “Ja” sagen wenn sie die Antwort nicht wissen!
Also über die Brücke Richtung South Bank zu Thiess gelaufen, das Haus sogar fast auf Anhieb gefunden und den imposanten Eingang betreten. (Fotos folgen!)
Im Laufe des Vormittags wurde ich dann eingewiesen wie so der Stand ist und was als nächstes anststeht. Die Kollegen machen alle einen sehr netten Eindruck (bis auf eine, die hat mir ihre Hand etwas zu deutlich gedreht gereicht - Verhaltensstudien-Kollegen wissen was ich meine *hihi*).
Morgen bekomm ich dann auch so eine obercoole Plastikkarte mit Zipper die man im Lift vor ein Fensterchen halten muss, damit man auch in andere Stockwerke als den fünften (Rezeption) fahren kann - dann bin ich auch ends pro! =D
Beim Mittagessen (sehr guter Chinese, aber leider bisschen Touripreise) war ich mit einem ehemaligen deutschen Zeitsoldaten, den es nach Australien verschlagen hat. Das war schon sehr nett - gehen vll. mal zusammen ne Runde wandern. =)
Er hatte heute seinen ersten Arbeitstag nach dem Urlaub, der darin bestand gute 14 Tage quer durch Aussie zu fahren. Da im Norden momentan der Monsun herrscht muss das doch recht abenteuerlich gewesen sein (Mit dem Jeep im Krokodilgebiet bis Fensterkante im Wasser gestanden und dann säuft der Motor ab => that’s funny! ;-D)
Der Nachmittag war dann geprägt vom Lesen vieler englischer Texte - von daher ist mein Hirn jetzt auch bisschen schlapp. =)
Oh ja - und natürlich die unzähligen Leute, die mir vorgestellt wurden, einfach unmerkbar für mein ständig überlastetes Studentenhirn - aber mit der Zeit wird das sicher auch werden - genauso wie das easy-going Verstehen des Slangs hier! ;-)
Ich freu mich auf jeden Fall schon auf morgen und das erste Meeting - go go go for it! =D
Weiterflug über Singapur nach Brisbane
Wie mittlerweile so oft wach ich 5 Minuten bevor mein Wecker klingelt auf - es ist 2:55 Uhr mitten in der Nacht - vom Krach draussen und aus dem Haus meint man es wäre vielleicht früher Abend. Ich pack meine Sachen zusammen und schau dabei gespannt auf die Uhr, wann die Rezeption wohl anrufen wird.
Lange tut sich nichts, doch um 3:25 Uhr ist es dann soweit: Das brachial-schlimme Klingelkrachen des Telefons dröhnt durch den Raum! (Natürlich gerade als ich die Zanbürste in den Mund gesteckt hatte) - Egal, ich bedanke mich und steige um 3:45 Uhr in eines der zig wartenden Taxis (hatte ich schon erwähnt, dass ich mich über gar nichts mehr wunder in Dubai? ;-))
Oh okay, ich geb’s zu - ich hab mich nochmal gewundert: Es war auf der gesamten Fahrt KEIN (!!!) Stau - unglaublich! - Noch viel unglaublicher: Der Taxifahrer schaltet die Automatik ab und treibt seinen Wagen so brutal es geht mit 130 km/h durch die Innenstadt Richtung Flughafen.
Das wirft meinen Zeitplan natürlich ein bisschen über den Haufen - um 4:15 Uhr bin ich schon mit dem Einchecken fertig (”you’re really early here!” - ach… echt?! *g*). Nach diversen weiteren Kontrollen steh ich endlich in dem viel-bewunderten Shoppingparadies. Es ist nett - ganz nett, aber irgendwie auch nicht mehr (von der Shopauswahl her, die Architektur ist wieder 1A!). Entweder hab ich einen Großteil nicht gesehen oder man hört mehr als es wirklich ist.
Wie auch immer - ich mach es mir wieder beim Starbucks bequem, als drei Jugendliche am Nachbartisch platz nehmen und sich auf deutsch unterhalten. Damit waren die restlichen Wartestunden auch durch sehr nette Gespräche gesegnet - Sebastian kommt mich vll. sogar mal besuchen in einem Monat! =)
Gegen 8:30 Uhr betrete ich dann endlich die Boeing 777-300 (Mein Flug wurde einfach nicht ausgeschrieben, erst auf Anfrage konnte ich mein Gate erfahren) - noch 16 Stunden bis Australien!
Die erste Strecke bis zum Tankstop in Singapur hatte ich Glück: Ich habe mir die 4 Sitze in der Mitte mit einer jungen Dame geteilt die offensichtlich keinen Platz mehr in der ersten Klasse bekommen hat (und dementsprechend besonders behandelt wurde) - das war schon sehr bequem, wenigstens ein bisschen Ausstrecken und so. =)
In Singapur konnte man dann eine halbe Stunde das Flugzeug verlassen - schon ein interessanter Flughafen: Polizei ohne Ende, Fußmassagemaschinen, total ultra sauber, intensivste Kontrollen. Auf dem Weiterflug sitzen zwei junge Singalesen (?) neben mir - waren ganz nett: passt - nur halt eng…
Eine Stunde vor Brisbane geht die Sonne über den Wolken auf - PERVERS! - nur leider habe ich von der Mitte aus keine Möglichkeit das zu fotografieren. =(
Dazu dann noch die Landung mitten durch die Wolken hindurch - eigentlich wollte ich das Schauspiel von dem großen Monitor vor mir abfilmen, im entscheidenden Moment war ich aber einfach viel zu begeistert, so dass ich den Touchdown mit der Kamera total verpasst habe - aber egal: ICH BIN IN AUSSIE!!! =D =D
Beim Gepäckabholen wird man überall auf mitgebrachte Medikamente oder Nahrung untersucht (da sind sie wirklich sehr streng!), dann geht’s mit der Bekannten (Gabi) 35km nach Süden in den Busch, wo es ECHTE Lychees und ECHTE Mangos zur Begrüßung gibt: Unbeschreiblich!!!
Problem: Jetzt kann ich das Dosenzeug vom Chinesen in Deutschland nicht mehr essen…! *BAEEEHHHH* =/
Nach einem ausgedehnten Mittagsschlaf gab’s dann sogar noch echte 500g Steaks *wuuuhuuuu!* =D
Doch ein paar Stunden später hat der Jetlag dann auch schon wieder zugeschlagen und mich mit aller Macht ins Bett gezogen.
Toll hier: Nachts meint man mitten im Dschungel zu sein, so viel Krach wie um einem herum ist - aber ich find’s irgendwie genial - total friedlich und entspannend! =)
Dubai - Teil 2: Jumeirah
//edit: Eine kleine Übersichtskarte über Dubai =)
Mitten in der Nacht klingelts total schrecklich, widerlich laut in meinem Zimmer. Trotz der rasch aufsteigenden Panik schlussfolger ich: So ein schrecklicher Klang kann eigentlich nur vom (arabischen) Telefon herkommen, also Hörer mal abgenommen und den Kerl von der Rezeption dran gehabt: “Oeh, my telephone rang? - Yes sir, it’s okay sir *tuuuuuuut*” - WTF?!
Dank der Baustelle neben dem Hotel auf der natürlich 24/7 gebaut wird hat’s dann ein bisschen gedauert, bis ich wieder einschlafen konnte - aber was soll’s… vor 11 Uhr hab ich’s eh wieder nicht geschafft bei dem krassen Klima aus dem Bett zu kommen.
Also um 11:30 Uhr Richtung “Bur Juman Centre” aufgemacht, einem der schönstens Einkaufszentren Dubais um dort die Mittagshitze zu verbringen. Was soll ich dazu groß schreiben - es ist einfach der absolute Oberhammer! Da versteht man beinahe, warum Dubais Frauen immer am Einkaufen sind! ;-) Die Läden sind alle VIEL großzügiger angelegt - da hängt kein Hemd direkt neben dem anderen - da ist schon immer mindestens eine Hand breit Platz dazwischen! Dazu überall Cafes und Restaurants in dieser genialen Architektur. Leider war es kaum möglich den Gesamteindruck mit dem Foto festzuhalten (zudem man ja unglaublich aufpassen muss, dass man nicht aus Versehen eine arabische Frau fotografiert - das kann ganz ganz bösen Ärger mit einem der vielen Polizisten vor Ort geben). Weitere Impressionen gibt’s in der Gallerie.
Trotz der schon grandiosen Kulisse hab ich aber noch ein Highlight gefunden: Den größten Plasmafernseher der Welt!!! *GEIL* =D
Vor dem 103 Inches (261.60 cm) großen Ding verlierst du die Orientierung wo was auf dem Bildschirm passiert - owned! ;-D
Gegen 14 Uhr ging’s dann mit dem Taxi weiter zur “Jumeirah Moschee” - leider heute nicht für Besucher geöffnet, macht aber von aussen auch einen recht kitschigen Eindruck finde ich - naja trotzdem ein Foto wert! ;-)
Dann habe ich die folgenschwere Entscheidung getroffen, die Jumeirah-Beach-Road entlang zu laufen und mir dort die “Sehenswürdigkeiten” ein bisschen anzusehen, da die Jumeirah-Beach Montags nur für Frauen und Kinder geöffnet ist. =(
Das sah auf der Karte alles auch recht machbar aus - allerdings hat sich dann herausgestellt, dass 1. Ein Fehler auf der Karte ist und 2. Der Maßstab von dem der Innenstadtkarte offensichtlich stark abweicht. Und das in der bullen Hitze war schon nicht ohne. So hab ich mich dann von Mall zu Mall gehangelt, am Dubai-Zoo vorbei (als der angelegt wurde hat man noch nicht so viel von artgerechter Haltung gewusst, was man auch deutlich sieht =/) bis zum Mercato Center. Dieses Einkaufzentrum ist ganz anders als das Bur Juman Centre, hat aber einen ganz eigenen Reiz.
Nach dem Schwelgen in den neuesten Elektronikartikeln gab’s dann natürlich wieder den obligatorischen Starbucks-Eiskaffee. Hier beobachtete ich einen Herren, der im Cafe am Laptop arbeitete, diesen irgendwann zuklappte, sein Handy dazu legte und einfach für über eine Stunde verschwand - keinen hat’s gestört, keinen hat’s interessiert (ausser mich *g*) - sau krass - in Deutschland wäre der nach paar Minuten sicher weg gewesen.
Jetzt wurde es draussen endlich ein bisschen kühler und so entschloss ich mich, mich quer durch den (groooooooßen) Block zur “Sheik Zayed Road” durchzuschlagen, an der die ganzen Hochhäuser Dubais stehen. Das war gar keine so schlechte Idee, viele Einzelheiten hab ich auf dem Weg durch das Villenviertel und vorbei am Gefängnis (schon krass, dass das Gefängnis am Rand eines Villenviertels steht *g*) gesehen.
Dann bin ich endlich bei den Hochhäusern angekommen. Der sich in Bau befindliche “Burj Dubai” hat schon eine stattliche Größe - leider wird nicht verraten wie groß er werden soll - man schätzt wohl so zwischen 600 und 800 Metern? Leider war es mir nicht möglich auf eines der Hochhäuser die ander Straße stehen hochzufahren - man braucht immer von irgendwelchen wichtigen Leuten eine Erlaubnis, die ich als kleiner Stundent natürlich nicht habe. (In den vielen 5-Sterne Hotels hab ich natürlich erst gar nicht nachgefragt ;-)).
So langsam wurde es dunkel und die Füße wollten ins Bett (jetzt - sofort! *autsch*) - also auf die Suche nach einem Taxi begeben. So leicht man normalerweise ein Taxi bekommt (dauert vll. 30 Sekunden), so hammermäßig unmöglich scheint es um die Abendstunden herum zu sein, wenn alle Welt zum Dinnieren will. Fast eine geschlagene Stunde später hatte ich mir dann endlich eines erkämpft und mich in den unendlichen Stau eingereiht (Gut, dass Taxis nur nach Kilometer berechnen und nicht nach Zeit!) - Trotz der vielen Schleichwege die der Fahrer gefahren ist, hat die Heimfahrt lange gedauert - sehr lange…
Dann schnell ins Hotel, duschen und nochmal mutig sein: In einer kleinen Nebengasse in der Nähe des Hotels (nur zweispurig pro Fahrbahnrichtung) hab ich einfach mal “was typisches für die Gegend hier” bestellt. Da kam dann ein - ich tippe mal auf gekochten Schafsfuss (Schwein ist ja nicht erlaubt und danach sah er eigentlich aus) in einer wirklich guten, scharfen und interessant gewürzten Soße mit Mehlfladen und Gemüse. Konnte man wirklich essen (bis auf das Meiste vom Schweinefuss… *g*). Der junge Araber der mich bediente frage ganz irritiert, ob er mir den Fuß einpacken solle - ich lehnte dankend ab und machte mich auf zum Hotel um das Wecken für den nächsten Tag zu ordern. Der Plan war um 3 Uhr (ja, Nachts) aufzustehen und um 4 zum Flughafen zu fahren - Taxen würden um diese Uhrzeit zu Hauf vor dem Hotel warten - na wenn’s denn so ist… hier wundert mich gar nichts mehr…
Kulturschock in Dubais Innenstadt
Um kurz nach 11 hab ich mich also auf den Weg gemacht - vom wirklich sehr gut gelegenen Rush Inn Hotel den ersten Touristen hinterher.
Meine Tour führte mich als erstes an den Creek (das ist der Meeresarm der in die Stadt hineinragt und sie in 2 Hälten teilt). Um den Creek überqueren zu können gibt es kaum Brücken/Tunnel und so fahren die Araber mit den Abras zum anderen Ufer. Das Ganze ist ein bisschen wackelig und man sitzt ohne Lehne Rücken an Rücken auf einer kleinen Bank, aber es ist einfach nur genial in der Hitze über den kühlen Fluss mit ein bisschen Wind zu gondeln. So eine Überfahrt kostet auch nur 1 Dirham - kann man sich also wirklich immer mal wieder gönnen! ;-)
Weiter ging meine Tour durch den Stoff-Suq (Ein Suq ist ein ursprünglicher Markt) wo es wirklich alles, aber auch ALLES zu kaufen gibt was man aus Stoff so machen kann, vorbei am Regierungspalast (den man leider nicht fotografieren darf) nach Bastakia.
In diesem Stadtteil wird mit einem wahnsinnigen Aufwand (Geld ist ja da) eine ursprüngliche Siedlung dieser Gegend wieder aufgebaut und restauriert. Auf dem Foto sieht man übrigens einen der unzähligen Windtürme die es noch überall auf den älteren Häusern gibt. Das total einfache und geniale Prinzip: In dem Turm werden zwei Tücher oder dünne Mauern diagonal eingezogen, so dass der kleinste Windhauch nach unten in des Haus hinein fährt und auf der anderen Seite hinaus - die Dinger kühlen wirklich nicht schlecht!
Weiter ging es in das Dubai Museum, welches in der alten Festung (Al-Fahidi-Fort) Dubais untergebracht ist. War schon ganz interessant und vor allem gut gemacht: Viele Szenen des täglichen Lebens (von damals) sind mit Wachsfiguren nachgestellt, was ich natürlich gleich mal ausgenutzt habe. Hab mich mit dem Rücken zu den Besuchen in eine Gruppe Wachsfiguren gestellt und auf den nächsten (englischen) Touristen gewartet - mei ist der erschrocken! *wuahahaha* =D
Nach dem Museum hab ich an der großen Moschee erst mal Pause gemacht. Also ich muss schon sagen, der Islam hat durchaus seinen Reiz. Während meiner Pause hab ich es hautnah miterlebt, der Muezin ruft zum Gebet und alle Arbeiter in der Nähe machen ihren Laden zu und gehen hin. Nach 20 Minuten steht man dann in den kühlen Ecken um die Moschee herum und plaudert ein wenig, isst was, trinkt was zusammen und geht nach einer halben Stunde wieder an die Arbeit - das ist mal social life! :-)
Nach der Pause hab ich mich dann wieder auf den Weg zur nächsten Abra-Station gemacht um den Creek zu überqueren. Auf der anderen Seite haben wir direkt neben dem Hafen angelegt - hier kommen unzählige Schiffe aus Indien und den anderen Nachbarländern an. Fast schon unglaublich, dass die mit solchen Nussschalen so weit über das Meer fahren! (Es gibt natürlich auch noch den grooooßen anderen Hafen wo die Luxusdampfer aus dem Rest der Welt anlegen)
Von der Anlegestation aus ging es dann vorbei an den gelöschten Gütern Richtung Spice- und Gold-Suq. Dort kann man keinen Schritt vor den anderen setzen, ohne von einem Händler wegen irgendwas angesprochen zu werden (”Need rolex watch? cheep cheep! just look! just look!”). Sehenswert sind sie trotzdem allemal, die vielen verwinkelten und vollgestellten Gassen mit ihren vielen Gerüchen und den kleinen Imbissen in versteckten Ecken wo man zu Mittag isst.
Danach ging es mit einem Besuch bei einem ehemaligen herrschaftlichen Haus wieder zurück auf die andere Seite des Creeks um dort den Abend mit einer echten, arabischen Shisha ausklingen zu lassen. Schmeckt nicht viel anders als bei uns, hält aber viiiieel länger! Alle 10 Minuten kommt auch ein Angestellter vorbei, bläßt den Topf von unten aus und legt neue, glühende Holzkohlen darauf.
Dann wurde es auch recht schnell dunkel und kühl und ich machte mich auf den Heimweg.
So interessant es ist, für einen Europäer wie mich war es schon erst mal eine Herausforderung in dem heißen Klima mit dem wahnsinnigen Verkehr und der arabischen Mentalität zurecht zu kommen. Man weiß irgendwie nie sorecht woran man bei ihnen ist - sie verziehen nur ganz selten meine Mine und dann zu einem irgendwie unpassenden Zeitpunkt für unsereins. Und dann die ganzen Händler - ich glaube Araber leben nur um zu handeln, da ist es vollkommen egal wieviel Uhr gerade ist, die Läden sind immer offen und jeder der vorbeigeht wird angesprochen und versucht ihm was anzudrehen - sehr anstrengend!
So - am nächsten Tag war ja auch noch Dubai geplant und ich wollte erst eine Wüstentour nach Al Ain machen (soll eine sehr schöne Oase ungefähr eine Stunde von Dubai entfernt sein). Im Hotel wurde mir nach bisschen hin und her dann auch geholfen, bis sich herausstellte, dass sie mir einen Privatführer für 450 Dirham (~90 Euro) besorgen wollten! Das war mir dann doch ein bisschen viel des Guten und so entschloss ich mich am nächsten Tag das Jumeirah-Viertel (Vergnügungsviertel) zu erkunden - jetzt musste ich erst mal ins Bett, hatte wohl doch bisschen viel Sonne erwischt und ganz gut Kopfschmerzen. =)
